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GeoMon-Blog

In diesem persönlichem Blog widmen sich Sascha Heising und Heiko Störkel, gemeinsam mit Gastautoren, in unregelmäßigen Abständen zu Wort. Dabei werden, auch gerne mal etwas kritisch, sehr weiträumig Themen aus der Welt der Drohnen aufgegriffen und diskutiert. Die Beiträge spiegeln dabei in erster Linie die Gedanken und Meinungen der Autoren wieder und sollen zum Mitdiskutieren einladen. Über das Weiterleiten, Teilen und Verlinken der Beiträge freuen sich alle Autoren natürlich besonders.

Die Zukunft der Drohnen-Vermessung – ein gewagter Blick durch die Kristallkugel

Persönlich stelle ich mir immer wieder die Frage in welche Richtung sich die Drohnen-Vermessung entwickeln wird. Jedes Jahr gibt es auf den einschlägigen Messen, allen voran der INTERGEO, Neuerungen, Verbesserungen und auch ein paar Innovationen zu bestaunen. Einige Hesteller sind mit vielversprechenden Entwicklungen vorweggeprescht, z.B. rTK, Brushless Gimbal, VTOL (vertical take-off and landing) sowie Multi-Sensoraufhängung. An anderer Stelle haben sich die Entwicklungen wieder egalisiert, wie z.B. bei der durch den Akku bestimmten Flugdauer oder der Fluggeschwindigkeit und Aufnahmewinkel. Aber welche Felder versprechen nun das größte Entwicklungspotential? Aus meiner Sicht kommen dafür in erster Linie drei in Frage: Erstens Robotik und Automatisierung, zweitens Sensorik und drittens Software. Wie begründe ich nun diese These?

Pressebild INTERGEO

Quelle: copyright HINTE Messe/INTERGEO

Robotik hat ihr Potential noch nicht ausgeschöpft und rechtlich ausschöpfen dürfen

Das für mich in jeder Hinsicht spannendste Themenfeld ist die vollständig automatisiert operierende Robotik. Komplett autonom arbeitende Systeme sind zweifelsohne die Zukunft und wahrscheinlich im besonderen Fokus der Investoren, da die wirtschaftlichen Aussichten extrem verlockend scheinen. Angefangen von vollständig autonomen Starts und Landungen bis hin zu automatisierten Routinen für Ladung, Wartung und Datenaustausch.

Bei der Automatisierung wird es vor allem um zwei Aspekte gehen. Interaktion der Maschinen untereinander, Stichwort Schwarmverhalten und insbesondere die Reaktion auf unvorhergesehene Ereignisse, hier vor allem der Kollisionsschutz. Es gibt schon interessante technische Umsetzungen dazu, vor allem an Universitäten. Natürlich ist der Einsatz dieser Entwicklung außerhalb der Versuchsanlagen derzeit rechtlich untersagt. Wohlgemerkt – noch, denn die Integration solcher autonom operierenden Systeme in unseren Luft- aber auch Lebensraum wird nicht zuletzt eine gewichtige politische Entscheidung der näheren Zukunft werden. Ich glaube es wird genauso kommen wie bei vollständig autonom fahrenden Autos. Ist der wirtschaftliche Anreiz erst mal da, wird der Wandel nicht aufzuhalten sein.

Multisensorplattformen gehört die Zukunft

Warum nur einen Sensor dabei haben, wenn man gleich ein halbes Dutzend an Messdaten aufnehmen kann? Einige Hersteller machen zaghafte Versuche, zum Beispiel mit der Verschneidung von RGB und Infrarot-Daten. Aber es wird noch viel weiter gehen. Multi- und Hyperspektralsensoren werden genauso in die Breite gehen wie hochspezialisierte Messsonden, z.B. für meteorologische Untersuchungen. Und für alle anderen wird es zumindest True-Stereoaufnahmen geben. Was mit der neuen Fülle an Daten geschieht, bzw. geschehen soll und wie diese sinnvoll genutzt werden können, das steht selbstverständlich auf einem ganz anderen Blatt.

Software, das unbestellte Land

Ebenfalls eines der spannendsten Entwicklungsfelder wird die Software sein. Insbesondere dann, wenn man den Begriff um den Kern der eigentlichen Flugprogrammierung erweitert. Wir haben dabei mit DroneSquare selbst eine Software zur intelligenten Missionsvorbereitung und Buchung konzipiert. Agisoft und andere arbeiten an immer besser werdender Post-Processing-Software. Die möglichst vollständige und reibungslose Verzahnung von der Missionsplanung bis zur Abrechnung und Buchführung wird das Zukunftsfeld von Software sein.

Sie sind nicht meiner Meinung oder haben ein ganz anderes Thema im Blick? Kein Problem, schreiben Sie uns Ihre Meinung. Wir freuen uns!

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Gäste — Michaela
Hallo, danke für de spannenden Artikel. Drohnen werde immer mehr zum Werkzeug. Ich kann mir auch vorstellen, dass sie bei der Bauw... Weiterlesen
Mittwoch, 31 Mai 2017 11:11 AM
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Gesucht: Das beste Kamera-Objektiv-Kit für photogrammetrische Vermessung mittels UAV

Wirft man einen Blick auf die aktuellen UAV-Modelle der verschiedenen Hersteller fällt auf, dass eine Vielzahl von Kamera-Kit-Kombinationen zu haben ist. Dabei ist doch die Frage erlaubt: Macht das überhaupt Sinn? Und müsste sich nicht längst ein Favorit für die photogrammetrische Vermessung gefunden haben, den alle Hersteller einsetzen?

Die Antwort ist klar zu verneinen, dass Testfeld ist mehr als unübersichtlich und unbefriedigend. Da aber die Qualität der Vermessungsergebnisse nicht zuletzt vom eingesetzten Kamera-Kit abhängen, haben wir uns mal einen aktuellen Vergleich gewagt. Dabei haben wir uns angeschaut, was die Hersteller derzeit für ihre Geräte auffahren. Wir haben stets auf die Klasse der Vermessungs-UAVs geachtet, nur Angebote der Webseite aufgeführt, welche die Hersteller tatsächlich bewerben und andere Disziplinen komplett ignoriert. Die Liste der Hersteller hat allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

In alphabetischer Reihenfolge

Aibotix –X6

Der X6 von Aibotix wird mit flexibler Payload beworben. Wir kennen das schon bei den Coptern. Zwar wird der X6 exklusiv für Vermessung beworben, welcher Sensor dafür aus Sicht der Kasseler am geeignetsten ist, bleibt Firmengeheimnis. In den Abbildungen ist zwar eine Vollformat-Kamera aus dem Hause Nikon und eine DSLM von Sony auszumachen aber das war es auch schon.

Unser Eindruck: Schwacher Auftritt des Leica-Kooperationspartners, wir hätten uns hier viel mehr Informationen gewünscht. Auch Benchmarks sucht man vergebens.

 

Asctec – Falcon 8 + Geo EXPERT

Das Flaggschiff für Vermessungsaufgaben aus dem Hause Ascending Technologies trägt den Namen Falcon 8 + Geo EXPERT. Als Kamera-Kit kommt eine Sony Alpha 7R zum Einsatz. Die Alpha 7R gilt derzeit als eine der besten DSLMs auf dem Markt. Mit Vollformatsensor ausgestattet, bringt Sie alles mit für hervorragende Bilder. Welches Objektiv Asctec dazu empfiehlt bleibt unklar. Daneben wirbt das Unternehmen noch wahlweise mit der Sony Alpha 6000 mit APSC-Sensor und der kleinen Panasonic Lumix DMC-TZ71 mit 1/2.3 Sensor.

Unser Eindruck: Zwar findet man bei Asctec ein paar Angaben zur Nutzlast und auch welche Kamera für die UAV-Vermessung empfohlen wird, über das präferierte Objektiv erfährt man allerdings nichts. Schade, hier hätten wir uns neben Benchmarks mehr gewünscht.

 

DJI – INSPRIRE 1

Sie fragen sich, was sollen die Chinesen in diesem Ranking? – Richtig, DJI tritt selbst nicht als UAV-Hersteller für Vermessungsaufgaben auf. Trotzdem finden sich immer wieder Akteure da draußen, die mit einer DJI-Phantom oder INSPIRE Vermessung verkaufen wollen. Natürlich hat DJI gerade mit der neuen INSPIRE mit mft-Objektiven einen interessanten Schritt gemacht aber mit Vermessung passt das (noch) nicht zusammen.

Unser Eindruck: Aufpassen, der chinesische Drachen schläft zwar noch beim Thema Vermessung, könnte den Markt aber schneller umkrempeln als das vielen lieb sein kann. Und beim Thema Kamera-Kits gibt es heute schon mehr zu lesen als bei manch einem Konkurrenten.

 

Germap – G212

Germap schickt seine Multi-Sensor-Plattform G212 ins Rennen. Das Konzept mehrere Sensoren an Bord zu nehmen, hat durchaus seine Berechtigung, gerade für komplexe Thematiken. Zwar finden wir bei Germap einige Konfigurationsbeispiele, nichts jedoch zu den empfohlenen Kamera-Kits.

Unser Eindruck: Schade, Germap startet vielversprechend, bleibt aber einige Informationen schuldig. Hier hätten wir uns mehr erhofft. Benchmarks konnten wir keine finden.

 

Height-Tech – HT-8

Zwar finden wir bei Height-tech einen Verweis auf die Sensor-Kits, die Angaben bleiben aber sehr dürftig. Mehr als dass die Sensoren Canon 5D / 6D, Nikon D800 / D7000 unterstützt werden, finden wir nicht. Eine klare Empfehlung für Vermessungsaufgaben fehlt. Wieder einmal tappt der Kunde in die Falle der allseits gelobten Flexibilität der Copter.

Unser Eindruck: Die Angaben sind uns viel zu vage. Es fehlt bei Height-tech eine klare Kaufempfehlung und Begründung mit Benchmarks.

 

MAVinci – SIRIUS Pro

MAVinci wird vergleichsweise sehr konkret, wenn es um den Sensor geht. Zwar ist der Link zum Kamera-Kit nicht aktiv [Stand: 2015-12-15] aber in der Produktbroschüre von 2014 erfährt man, dass eine Panasonic Lumix GX-1 DSLM mit 14 mm f/2.5 Objektiv verwendet wird. Zudem wird MAVinci sehr konkret, wenn es um das Thema Auflösung und Lagegenauigkeit geht. Schade, dass in der aktuellen Broschüre von 2015 nicht mehr auf das verwendete Kamera-Modell eingegangen wird.

Unser Eindruck: Gut gemacht, kaum sonst erfährt man so viel über das verwendete Kamera-Kit wie bei MAVinci. Einziger Wehrmutstropfen, die Angaben stammen alle aus dem Jahr 2014. Zudem gilt die Panasonic Lumix GX-1 mittlerweile als veraltet.

 

Mikrocopter – 6s|Geo

Mikrocopter fährt den 6s|Geo für Vermessungsaufgaben auf und bewirbt damit verbunden die Canon EOS 100D, eine DSLR-Kamera. Übrigens die einzige im Testfeld. Zum Objektiv erfährt man nichts.

Unser Eindruck: Ebenfalls ein schwacher Auftritt für einen explizit beworbenen Vermessungs-Copter. Angaben zu Kamera-Kit sucht man vergebens und Benchmarks sind auch keine zu finden. Das ist uns zu wenig.

 

Microdrones – md4-1000

Die md4-1000 wird zunächst ohne einen bestimmten Sensor beworben, das ist wohl bewusste Firmenpolitik bei Microdrones, um die Flexibilität des Systems zu unterstreichen, denn Microdrones hat eine Vielzahl von Sensoren im Portfolio. Für Vermessung eignet sich allerdings nur die SONY NEX-7. Unerfahrene Nutzer sind also auf zusätzliche Beratung angewiesen und können kein Out-of-the-box-Vermessungssystem erwerben. Welches Objektiv zum Einsatz kommt verrät uns Microdrones nicht.

Unser Eindruck: Eher schwaches Angebot für Vermessungsanwender und vieles muss auf Nachfrage geklärt werden. Zudem ist die SONY NEX-7 nicht mehr up-to-date, Benchmarks gibt es keine.

 

Sensefly – ebee rTK

Die Parrot-Tochter bewirbt ihr Topmodell für photogrammetrische Vermessung, den ebee rTK mit einer Canon S110. Dabei verraten die Schweizer sogar etwas mehr über Eigenschaften der Kamera und die Einsatzgebiete. So konkret wie MAVinci wird sensefly bei den Themen Auflösung und Genauigkeit aber nicht.

Unser Eindruck: Die Mindestanforderungen für Interessenten erfüllen die Schweizer, mehr aber auch nicht. Zudem gibt es keine Informationen hinsichtlich Benchmarks. Das geht deutlich besser.

 

Service-Drohne - MULTIROTOR Geo-Kopter

Service Drohne setzt bei seinem MULTIROTOR Geo-Copter auf die Olympus E-PL7 oder wahlweise die SONY Alpha 7R II. Die Objektive findet man etwas weiter hinten in der Broschüre. Bei der Olympus setzt Service-Drohne auf das LUMIX F1:2,5/14mm von Panasonic. Zudem sprechen die Berliner eine eindeutige Empfehlung für die Vollformat-DSLM von SONY aus. Hier wird geraten das SEL35F28Z Sonnar T* FE 35 mm F2,8 ZA Weitwinkel mit Festbrennweite und E-Mount-Bajonett zu verwenden.

Unser Eindruck: Zwar muss man etwas suchen aber so viel Klarheit bezüglich der Kamera-Objektiv-Kombination war selten. Leider vermissen wir ein paar handfeste Benchmarks aber die kommen ja vielleicht noch.

 

Fazit unseres Tests:

Natürlich werden Sie bei allen Herstellern hilfreiche und detaillierte Auskünfte zu den Sensoren und Kamera-Objektiv-Kits bekommen. Aber darum ging es uns in diesem exemplarischen Test nicht. Der Test hat gezeigt, dass die Hersteller sich zu sehr auf ihr Gerät versteifen und den Sensor und damit die weitergehende Wertschöpfungskette in der Kommunikation nach außen schlicht vergessen. Allzu oft bleibt der Eindruck hängen, dass die Hersteller selbst nicht wissen, was man denn nun am besten für UAV-Vermessung verwenden soll. Die Hersteller in unserem Testfeld fahren zusammen über ein Dutzend Kameramodelle auf, zu den Objektiven wird sich allzu oft ausgeschwiegen. Das muss besser werden!

Hersteller wie MAVinci sind die zu lobende Ausnahme, da man hier wirklich eine handfeste Empfehlung mit Benchmarks bekommt, leider ist das Portfolio nicht mehr aktuell. Das Nachsehen hat der Kunde, der i.d.R. viel Know-how oder - wegen des vielen Ausprobierens - viel Geld mitbringen muss, um an seinem Gerät das ideale Kamera-Kit einzusetzen. Und wenn Sie sich an die Eingangsthese erinnern, müssten ja alle den gleichen Sensor nutzen, da sich bekanntlich das beste System durchsetzen sollte. Wie Sie sehen ist diese Annahme weit gefehlt!

Sie vermissen einen Hersteller oder einen bestimmten Kamera-Kit? Welche Konfiguration funktioniert für Sie und warum? Wir laden Sie ein mitzudiskutieren. Was Ihnen wirklich zu guten Ergebnissen verhilft, lesen Sie in einem unserer nächsten Beiträge.

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Neueste Kommentare
Gäste — Eugen
Seit Kurzen gibt es die Zenmuse X5R von DJI auf den Markt. Die wäre nun mit der Inspire 1 für diesen Zweck einsetzbar
Mittwoch, 20 Juli 2016 11:11 PM
Gäste — W.Müller
Selbstverständlich kann man mit einem DJI Kopter ab P3p seriös Vermessung machen. Ein Vergleich Phantom3pro mit drei der in Ihrer ... Weiterlesen
Montag, 03 April 2017 11:11 AM
Sascha Heising
Hallo Herr Müller, danke für Ihren Kommentar. Der von Ihnen angesprochene Vergleich klingt sehr interessant. Wir laden Sie herzlic... Weiterlesen
Montag, 03 April 2017 7:07 PM
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3 Kommentare

UAV-Workflow (Vermessung) von der Flugplanung bis zum gewünschten Endprodukt

1) Von der Anfrage zur Flugplanung

Mit der Anfrage des Kunden geht die zielgerichtete Bedarfsermittlung einher. Wichtig ist dabei, neben dem gewünschten Zeitraum und möglichen Engpässen, vor allem den exakten Zweck der Daten für den Kunden zu erfragen. Auch sollte der Auftraggeber über die technischen Einschränkungen der Flugdrohnen (Quadrocopter oder Fixed-Wing) im Vorfeld aufgeklärt werden. Nur so können bedarfsgerechte Datenprodukte garantiert und mögliche Missverständnisse vermieden werden. Bei vielen Anbietern von Befliegung - und vor allem der Vermessung - mit Drohnen kommt diese Bedarfsermittlung leider zu kurz oder sie haben nur das Fluggerät im Auge, nicht aber die Eigenschaften der Daten oder den Nutzen, den der Kunde damit erzielen möchte. Ist die Absprach erfolgt, sollte der Auftraggeber alle notwendigen Informationen zu dem zu befliegenden Objekt bereitstellen. Das wichtigste ist hierbei die Area of Interest (AoI), also die Fläche, um die es dem Auftraggeber geht. Diese sollte klar abgegrenzt sein; am besten wird eine Flächendarstellung via KML-Datei (.kml oder .kmz) zur direkten Betrachtung in Google-Earth geliefert. Auch gut eignet sich ein Luftbild (meist reicht z. B. ein Screenshot von einem Online-Kartendienst [BING/MAPS/etc]) in dem die AoI farbig eingezeichnet ist. Dann kann die Flugplanung, meist mit Hilfe der vom UAV-Hersteller mitgelieferten Software, erstellt werden. Auf die Besonderheiten einer sorgfältigen Flugplanung werde ich in einem gesonderten Blogeintrag genauer eingehen.

Flight Planning with special software

Darstellung der Flugplanungssoftware mit der geplanten Gesamtfläche, welche in drei Teilbereiche gesplittet ist. Dies kann aus unterschiedlichen Gründen nötig sein, z. B. wenn die zu erwartende Flugzeit nicht mit einem Akku eingehalten werden kann, oder wenn die Größe der AoI keinen Sichtflug während der gesamten Mission zulassen würde (gesetzlich vorgeschrieben!).

 

2) Von der Flugplanung zur Befliegung

Wenn alle rechtlichen Dinge geklärt sind, u. a. Gültigkeit der Aufstiegsgenehmigung, Informierung der zuständigen Ordnungsbehörden oder Zugangsgenehmigungen von Grundstückseigentümern, dann kann vor Ort geflogen werden. Über die Wegpunkte fliegt das UAV die Mission ab und nimmt die Oberfläche in Einzelbildern auf. Eine hohe Überlappung der Einzelaufnahmen in Flugrichtung (85%) und quer dazu (65%) stellt die Qualität für True-Orthophotos sowie eine später Prozessierbarkeit mit dem Structure-from-Motion-Verfahren, sicher.

 Sirius-UAV take-off

Starten des UAV durch "Werfen". Das UAV wird automatisch die Höhe von 100 m ü. Grund einnehmen und von dort direkt seine Bildflugmission in der vorgegebenen Höhe beginnen (meist tiefer als 100 m über Grund).

 

3) von der Befliegung zur den Rohdaten

Nach der Landung werden die Einzelbilder von der SD-Karte der Flugdrohne gesichert, ebenso wie die gespeicherten Telemetrie-Daten der IMU (Inertial Measurement Unit), also die Lage des UAV, die über die drei Winkel (Nicken, Gieren, Rollen) bestimmt wird. Diese beiden Daten werden anschließend verschnitten, sodass jedem Bild die Lage zum Aufnahmezeitpunkt zugeordnet wird. Einige Hersteller, wie z. B. MAVinci, bieten diese Funktion direkt in ihrer Software MAVinciDesktop an. Danach sind die Rohdaten fertig zur weiteren Prozessierung.

downloading the data post-flight

Auslesen der SD-Karte der Kamera und Übertragung der Flugdaten (Flight-/Photo-Log) mittels WLAN-Verbindung direkt im Anschluss an die Befliegung.

 

4) von den Rohdaten zu georeferenzierten Daten

Die Berechnung der Orthofotos gelingt mit Programmen, wie z. B. PhotoScan von Agisoft oder Pix4D. Die Algorithmen sind rechenintensiv aber sehr leistungsfähig. So erkennen sie gleiche Pixel in unterschiedlichen Aufnahmen und ermöglichen so das „Stitching“, also das Zusammenfügen der einzelnen Fotos zu einer großen Szene. Diese ist in sich stimmig und, bei geringer Verzerrung in den Einzelbildern, auch recht entzerrt im Gesamtergebnis. In vielen Fällen werden jedoch georeferenzierte Daten benötigt. Dazu benötigt man die Koordinaten der Passpunkte, die man bereits vor der Befliegung ungleichmäßig in der Area of Interest (AoI) verteilt und terrestrisch eingemessen hat. Diese werden dann (semi-)manuell den in den Daten sichtbaren Punkten zugeordnet und diese somit georeferenziert. Dieser aufwändige Teil (Punkte im Gelände einmessen und später am Rechner den wieder in den Bildern heraussuchen) entfällt, wenn man ein RTK-System einsetzen kann. Hier werden jedem Einzelbild die stationär korrigierten Koordinaten des Bildmittelpunktes automatisch zugeordnet; man erhält so direkt georeferenzierte Daten.

Post-Processing in Agisoft PhotoScan

Abgeschlossene Prozessierung der Daten in Agisoft: Zu sehen ist das fertige Geländemodell mit Texturierung. Die blauen Rechtecke, die darüber schweben sind die "Cameras" also die Einzelbilder, die mit ihrer Lage im Raum dargestellt werden und die Grundlage für die berechneten Ergebnisse bilden.

 

5) von georeferenzierten Daten zu den gewünschten Endprodukten

Je nach Bedarf des Kunden können dann aus den georeferenzierten Daten die verschiedenen Geodatenprodukte abgeleitet werden. Orthofotos dienen, mit Zusatzinformationen versehen, oft als Übersichtspläne oder Karten zur Zustandsdokumentation. Dazu gibt es verschiedene 3D-Produkte, die erzeugt werden können. Grundlage ist die Punktwolke, sehr dicht ist, was hohe Anforderungen an die Ressourcen der Workstation stellt. Die Punktwolke kann aber auch ausgedünnt werden, je nachdem, wie hoch die Ergebnisse aufgelöst sein müssen. Eine Dreiecksvermaschung (TIN = Triangulated Irregular Network) bildet die Oberfläche nach, indem zwischen den einzelnen Punkten der Punktwolke Dreiecke gespannt werden. Ein Geländemodell im Raster-Format wiederum enhält ebenfalls die Höhenwerte ist aber "2-dimensional" und damit vor allem vorteilhaft für die weitere Verwendung im GIS. Die Punktwolke (z. B. im LAS-Format) kann auch direkt weiterverwendet werden, ist oft aber zu groß für den flüssigen Einsatz im CAD. Daher kann sie auf die relevanten Bereiche reduziert oder insgesamt mit weiteren Punktabständen berechnet werden. Für die meisten Anwendungen sind Punktabstände von wenigen Zentimetern flächendeckend sowieso viel zu detailliert.

grid of virtual surveying points

Ausschnitt des 3D-Modells einer beflogenen Deponie-Sohle mit einem 2m-Punkteraster und einigen Bruchkanten aus der virtuellen Vermessung.

 

Isohypsen-Darstellung im CAD

Ausschnitt der Isohypsendarstellung im CAD. An der Schaarung der Höhenlinien erkennt man deutlich die Steilwände eines alten Tagebaus (rechts im Bild).

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Gäste — Michaela
Hallo ich interessiere mich für die Bauwerkvermessung . Vielen Dank für die tollen Infos in diesem Blog. Solche Drohnen sind dafür... Weiterlesen
Freitag, 23 Juni 2017 7:07 AM
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GeoMon Zusammenfassung

Nachhaltigkeit und Transparenz in neuer Dimension:

Anders als beim herkömmlichen, meist bodenbezogenen, Monitoring wird bei GeoMon die Datengewinnung mittels „Drohnen“ also MUAV (Micro Unmanned Aerial Vehicles) durchgeführt und bietet die Möglichkeit eines mobilen, schnellen, umweltschonenden (geräusch- /emissionsarm) und häufigen Einsatzes. Die Bereitstellung der Geodaten und ihrer Auswertungen via Cloud-Services, ermöglicht dem Kunden den Vorteil, jederzeit seine Daten, mit GPS verortet, punktgenau vor Ort im Gelände (per Smartphone/Tablet) abzufragen.
Gute Bewirtschaftung von Flächen oder der Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen wird nachvollziehbar, transparent und die Nachhaltigkeit der Wertschöpfung gestärkt.

 

 

Kontaktadresse

GeoMon
Heiko Störkel und Sascha Heising GbR

Senckenberganlage 31 (PF 80)

D-60325 Frankfurt am Main
GERMANY

 

 

 

 

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