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GeoMon-Blog

In diesem persönlichem Blog widmen sich Sascha Heising und Heiko Störkel, gemeinsam mit Gastautoren, in unregelmäßigen Abständen zu Wort. Dabei werden, auch gerne mal etwas kritisch, sehr weiträumig Themen aus der Welt der Drohnen aufgegriffen und diskutiert. Die Beiträge spiegeln dabei in erster Linie die Gedanken und Meinungen der Autoren wieder und sollen zum Mitdiskutieren einladen. Über das Weiterleiten, Teilen und Verlinken der Beiträge freuen sich alle Autoren natürlich besonders.

Die neue Drohnenverordnung – der große Wurf?

Mit reichlich Ambitionen ist Verkehrsminister Dobrindt an eine Reform der bestehenden Regelung zum Betrieb von unbemannten Fluggeräten, auch „Drohnen“ genannt, gestartet. Zitat: „Wir wollen die Chancen der Drohnen stärken aber auch gleichzeitig die Sicherheit erhöhen“. Ich will hier der Frage nachgehen, ob er den gewerblichen Anbietern damit gerecht geworden ist. Dabei geht es mir weniger um die Wiederholung der Fakten – was an anderer Stelle schon vielfach getan wurde, sondern um eine Bewertung der neuen Regelung. Ich beziehe mich in meinen Kommentaren ausschließlich auf offizielle Webseiten und Dokumente vom BMVI.

Die wesentlichen neuen Regelungen fasst das BMVI auf dieser Webseite zusammen. Bemerkenswert finde ich vor allem 3 Punkte. Erstens die neue Kennzeichnungspflicht, zweitens die „Chancen für die Zukunftstechnologie“ und drittens die Betriebsverbote.

Neue Drohnenverordnung

Kennzeichnungspflicht

Aus meiner Sicht hat diese Regelung in erster Linie einen sichtbaren neuen Markt für Plakettendrucker geschaffen. Auf Aluminium versteht sich. Mir erschließt sich der Nutzen der Plakette nicht. Denn eines ist klar. Wenn diese zum Einsatz kommt, ist es eigentlich schon zu spät – sprich ein post-Absturz Szenario. Denn wann sonst sollte eine dritte Person die Plakette lesen können? Im Flug, am Start- und Landeplatz? Wohl kaum. Nein, wenn ein Dritter – und nur so macht es Sinn – die Plakette liest, dann weil er das UAS oder Teile davon nach einem Absturz in der Landschaft findet. Der Schaden an Mensch, Gerät und Umgebung ist schon geschehen. Hier drängen sich mir parallelen zur Sicherheitsdebatte mit Videoüberwachung auf aber das nur am Rande. Der Steuerer hat ein ganz anderes Problem. Wo genau ist mein Modell abgestürzt? Sicher manche Modelle verwenden einen autonomen GPS-Peilsender, um die Suche zumindest einzugrenzen. Aber eigentlich sagt mir die Plakette doch nur, wen ich jetzt Anzeigen muss. Ob der das Geräte (diverse Missbrauchs Szenarien denkbar) auch wirklich steuerte, ist nicht ersichtlich. Für die gewerblichen Anbieter sehe ich in dieser Regelung daher nur einen sehr geringen Nutzen. Es mag nicht schaden, aber ich habe eher das Gefühl es handelt sich hier um ein Sicherheits-Placebo, als das wirkliche Bestreben den Luftraum sicherer zu machen. Wie eingangs erwähnt, die Hobbyisten betrachte ich hier nicht, hier mag man zu einem anderen Ergebnis kommen.

Chancen für die Zukunftstechnologie

Hier bricht sich wohl Dobrindts Zitat bann, dass man die Chancen nutzen möchte. Richtig ist, früher benötigte man eine allgemeine Aufstiegsgenehmigung des jeweiligen Bundeslandes, die man auch bezahlen musste. In der Regel war dies kein Problem und ich kann nur positiv über die Sachbearbeiter bei den Behörden, in der Regel bei den Regierungspräsidien der Bundesländer, sprechen. Ist die neue Regelung zu begrüßen? – Sicher uneingeschränkt ja, wenngleich die abgeräumte Hürde für Geräte <= 5kg nie wirklich eine war. Auch finanziell war dies kein Hindernis. Aus meiner Sicht spricht hier noch etwas ganz anderes. Es ist schlicht die Kapitulation der Behörden vor der Antragsflut. Wie uns aus eigenen Recherchen bekannt ist, sind die Größenordnungen der Anmeldungen in den letzten Jahren durch die Decke gegangen. Gleichzeitig wurde die Organisation in den Verwaltungen sehr unterschiedlich gehandhabt. In einigen Bundesländern musste man das Gerät anmelden, in anderen wieder den Betreiber/Piloten. Auch erschließt sich mir überhaupt nicht, warum nun Geräte <=5kg nicht außerhalb der Sichtweite betrieben werden können, bei Geräten ab 5 kg aber eine Erlaubnis erteilt werden kann. Dazu sagt das Gewicht aus meiner Sicht viel zu wenig über das System aus. Und es fallen eine Menge Geräte in diese Kategorie, die technisch durchaus in der Lage sind, außerhalb der Sichtweite gesteuert zu werden. Diese einseitige Regelung ist aus meiner Sicht murks. Ob die Behörden trotzdem mit sich reden lassen, wird die laufende Erfahrung zeigen.

Betriebsverbote

Von größter Bedeutung sind nun vor allem die Betriebsverbote und da fällt eine Menge darunter. Wenngleich viele Regelungen sinnvoll und altbekannt sind (Menschenansammlungen, Gefängnisse, etc.) ist vor allem die Regelung über Wohngrundstücken, diejenige die am meisten diskutiert werden dürfte. Und wieder, wir nehmen die Perspektive der kommerziellen Anbieter ein. Das Einverständnis zum Überflug (auch Schrägansicht berücksichtigend) aller Grundstückseigentümer einzuholen, ist ab einer gewissen Größenordnung unwirtschaftlich und schlicht nicht umsetzbar. Was bleibt zu tun, wenn 49 zustimmen aber einer nicht? Auch dürfte der Umkehrschluss, ich informiere alle 50 und bitte um Einwände, rechtlich nur auf Millimeter dickem Eis gebaut sein. Bleibt also nur ein Weg: Ausnahmen. Und hier angekommen sind wir eigentlich wieder da, wo wir anfangs waren. Und entgegen der früheren Regelung ist der Spielraum hier deutlich kleiner geworden. Auch muss sich zeigen, wie sich der Prozess für die Ausnahmen etabliert. Insbesondere die Kollegen, die fast ausschließlich im Siedlungsbereich arbeiten, dürfen jetzt jedes Mal tätig werden – ich wünsche dabei viel Erfolg.

Fazit

Eingangs hatte ich die Frage in den Raum gestellt, ob das Ministerium mit den neuen Regelungen nun wirklich „die Chancen der Drohnen“ gestärkt hat. Aus meiner Sicht – nein. Das neue Gesetz und die Verordnung schaffen nichts, was vorher nicht auch möglich war. Zwar – und das wurde hier bewusst nicht diskutiert – haben viele Punkte Auswirkungen auf den noch viel unübersichtlicheren privaten Markt aber den Gewerbetreibenden dürfte mit dieser Verordnung nicht wirklich geholfen sein. Und ich lehne mich mal aus dem Fenster mit der Behauptung, dass gerade die Gewerblichen sich an die Regelungen – auch der Vernunft – gehalten haben und lieber mal etwas nicht gemacht haben, als die Hobbyisten. Auch den Kollegen in den Fachabteilungen der Behörden ist nicht geholfen. Auch Sie haben nun wieder das Problem auf dem Schreibtisch und in erster Linie jede Menge Einzelanträge zu prüfen. Wahrscheinlich mehr denn je.

Für mich daher auf keinen Fall der große Wurf. Eher der (verzweifelte) Versuch die Deutungshoheit zurück zu erlangen und ein paar Sicherheits-Placebos für die „besorgten Bürger“ zu verteilen. Und vor allem drängt sich mir ständig der Eindruck auf, man habe die (heutige) Technologie überhaupt nicht verstanden, denn es gäbe aus meiner Sicht mehr brauchbare Bewertungskriterien, als nur das Startgewicht. Aber das hat ja schon beim Dieselmotor nicht funktioniert.

Abschließend ein Wort zum Thema Sicherheit. Wie meine kurze Beleuchtung des Themas um die Kennzeichnungspflicht zeigt, müssen wir weiterhin über Sicherheit diskutieren, denn gelöst sind die Probleme aus meiner Sicht nicht.

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Anders als beim herkömmlichen, meist bodenbezogenen, Monitoring wird bei GeoMon die Datengewinnung mittels „Drohnen“ also MUAV (Micro Unmanned Aerial Vehicles) durchgeführt und bietet die Möglichkeit eines mobilen, schnellen, umweltschonenden (geräusch- /emissionsarm) und häufigen Einsatzes. Die Bereitstellung der Geodaten und ihrer Auswertungen via Cloud-Services, ermöglicht dem Kunden den Vorteil, jederzeit seine Daten, mit GPS verortet, punktgenau vor Ort im Gelände (per Smartphone/Tablet) abzufragen.
Gute Bewirtschaftung von Flächen oder der Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen wird nachvollziehbar, transparent und die Nachhaltigkeit der Wertschöpfung gestärkt.

 

 

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GeoMon
Heiko Störkel und Sascha Heising GbR

Senckenberganlage 31 (PF 80)

D-60325 Frankfurt am Main
GERMANY

 

 

 

 

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