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GeoMon-Blog

In diesem persönlichem Blog widmen sich Sascha Heising und Heiko Störkel, gemeinsam mit Gastautoren, in unregelmäßigen Abständen zu Wort. Dabei werden, auch gerne mal etwas kritisch, sehr weiträumig Themen aus der Welt der Drohnen aufgegriffen und diskutiert. Die Beiträge spiegeln dabei in erster Linie die Gedanken und Meinungen der Autoren wieder und sollen zum Mitdiskutieren einladen. Über das Weiterleiten, Teilen und Verlinken der Beiträge freuen sich alle Autoren natürlich besonders.

You may call them Unmanned Aerial Vehicle (UAV), Unmanned Aerial System (UAS), or Remotely Piloted Aircraft System (RPAS), but apart from some minor differences in terms of definition they are all UNMANNED, they are AIRBORNE and therefore they are DRONES. This category summarizes all concerning this new generation of flying robots.

Unterkategorien in dieser Kategorie:

Copter, Flächenflieger

Die neue Drohnenverordnung – der große Wurf?

Mit reichlich Ambitionen ist Verkehrsminister Dobrindt an eine Reform der bestehenden Regelung zum Betrieb von unbemannten Fluggeräten, auch „Drohnen“ genannt, gestartet. Zitat: „Wir wollen die Chancen der Drohnen stärken aber auch gleichzeitig die Sicherheit erhöhen“. Ich will hier der Frage nachgehen, ob er den gewerblichen Anbietern damit gerecht geworden ist. Dabei geht es mir weniger um die Wiederholung der Fakten – was an anderer Stelle schon vielfach getan wurde, sondern um eine Bewertung der neuen Regelung. Ich beziehe mich in meinen Kommentaren ausschließlich auf offizielle Webseiten und Dokumente vom BMVI.

Die wesentlichen neuen Regelungen fasst das BMVI auf dieser Webseite zusammen. Bemerkenswert finde ich vor allem 3 Punkte. Erstens die neue Kennzeichnungspflicht, zweitens die „Chancen für die Zukunftstechnologie“ und drittens die Betriebsverbote.

Neue Drohnenverordnung

Kennzeichnungspflicht

Aus meiner Sicht hat diese Regelung in erster Linie einen sichtbaren neuen Markt für Plakettendrucker geschaffen. Auf Aluminium versteht sich. Mir erschließt sich der Nutzen der Plakette nicht. Denn eines ist klar. Wenn diese zum Einsatz kommt, ist es eigentlich schon zu spät – sprich ein post-Absturz Szenario. Denn wann sonst sollte eine dritte Person die Plakette lesen können? Im Flug, am Start- und Landeplatz? Wohl kaum. Nein, wenn ein Dritter – und nur so macht es Sinn – die Plakette liest, dann weil er das UAS oder Teile davon nach einem Absturz in der Landschaft findet. Der Schaden an Mensch, Gerät und Umgebung ist schon geschehen. Hier drängen sich mir parallelen zur Sicherheitsdebatte mit Videoüberwachung auf aber das nur am Rande. Der Steuerer hat ein ganz anderes Problem. Wo genau ist mein Modell abgestürzt? Sicher manche Modelle verwenden einen autonomen GPS-Peilsender, um die Suche zumindest einzugrenzen. Aber eigentlich sagt mir die Plakette doch nur, wen ich jetzt Anzeigen muss. Ob der das Geräte (diverse Missbrauchs Szenarien denkbar) auch wirklich steuerte, ist nicht ersichtlich. Für die gewerblichen Anbieter sehe ich in dieser Regelung daher nur einen sehr geringen Nutzen. Es mag nicht schaden, aber ich habe eher das Gefühl es handelt sich hier um ein Sicherheits-Placebo, als das wirkliche Bestreben den Luftraum sicherer zu machen. Wie eingangs erwähnt, die Hobbyisten betrachte ich hier nicht, hier mag man zu einem anderen Ergebnis kommen.

Chancen für die Zukunftstechnologie

Hier bricht sich wohl Dobrindts Zitat bann, dass man die Chancen nutzen möchte. Richtig ist, früher benötigte man eine allgemeine Aufstiegsgenehmigung des jeweiligen Bundeslandes, die man auch bezahlen musste. In der Regel war dies kein Problem und ich kann nur positiv über die Sachbearbeiter bei den Behörden, in der Regel bei den Regierungspräsidien der Bundesländer, sprechen. Ist die neue Regelung zu begrüßen? – Sicher uneingeschränkt ja, wenngleich die abgeräumte Hürde für Geräte <= 5kg nie wirklich eine war. Auch finanziell war dies kein Hindernis. Aus meiner Sicht spricht hier noch etwas ganz anderes. Es ist schlicht die Kapitulation der Behörden vor der Antragsflut. Wie uns aus eigenen Recherchen bekannt ist, sind die Größenordnungen der Anmeldungen in den letzten Jahren durch die Decke gegangen. Gleichzeitig wurde die Organisation in den Verwaltungen sehr unterschiedlich gehandhabt. In einigen Bundesländern musste man das Gerät anmelden, in anderen wieder den Betreiber/Piloten. Auch erschließt sich mir überhaupt nicht, warum nun Geräte <=5kg nicht außerhalb der Sichtweite betrieben werden können, bei Geräten ab 5 kg aber eine Erlaubnis erteilt werden kann. Dazu sagt das Gewicht aus meiner Sicht viel zu wenig über das System aus. Und es fallen eine Menge Geräte in diese Kategorie, die technisch durchaus in der Lage sind, außerhalb der Sichtweite gesteuert zu werden. Diese einseitige Regelung ist aus meiner Sicht murks. Ob die Behörden trotzdem mit sich reden lassen, wird die laufende Erfahrung zeigen.

Betriebsverbote

Von größter Bedeutung sind nun vor allem die Betriebsverbote und da fällt eine Menge darunter. Wenngleich viele Regelungen sinnvoll und altbekannt sind (Menschenansammlungen, Gefängnisse, etc.) ist vor allem die Regelung über Wohngrundstücken, diejenige die am meisten diskutiert werden dürfte. Und wieder, wir nehmen die Perspektive der kommerziellen Anbieter ein. Das Einverständnis zum Überflug (auch Schrägansicht berücksichtigend) aller Grundstückseigentümer einzuholen, ist ab einer gewissen Größenordnung unwirtschaftlich und schlicht nicht umsetzbar. Was bleibt zu tun, wenn 49 zustimmen aber einer nicht? Auch dürfte der Umkehrschluss, ich informiere alle 50 und bitte um Einwände, rechtlich nur auf Millimeter dickem Eis gebaut sein. Bleibt also nur ein Weg: Ausnahmen. Und hier angekommen sind wir eigentlich wieder da, wo wir anfangs waren. Und entgegen der früheren Regelung ist der Spielraum hier deutlich kleiner geworden. Auch muss sich zeigen, wie sich der Prozess für die Ausnahmen etabliert. Insbesondere die Kollegen, die fast ausschließlich im Siedlungsbereich arbeiten, dürfen jetzt jedes Mal tätig werden – ich wünsche dabei viel Erfolg.

Fazit

Eingangs hatte ich die Frage in den Raum gestellt, ob das Ministerium mit den neuen Regelungen nun wirklich „die Chancen der Drohnen“ gestärkt hat. Aus meiner Sicht – nein. Das neue Gesetz und die Verordnung schaffen nichts, was vorher nicht auch möglich war. Zwar – und das wurde hier bewusst nicht diskutiert – haben viele Punkte Auswirkungen auf den noch viel unübersichtlicheren privaten Markt aber den Gewerbetreibenden dürfte mit dieser Verordnung nicht wirklich geholfen sein. Und ich lehne mich mal aus dem Fenster mit der Behauptung, dass gerade die Gewerblichen sich an die Regelungen – auch der Vernunft – gehalten haben und lieber mal etwas nicht gemacht haben, als die Hobbyisten. Auch den Kollegen in den Fachabteilungen der Behörden ist nicht geholfen. Auch Sie haben nun wieder das Problem auf dem Schreibtisch und in erster Linie jede Menge Einzelanträge zu prüfen. Wahrscheinlich mehr denn je.

Für mich daher auf keinen Fall der große Wurf. Eher der (verzweifelte) Versuch die Deutungshoheit zurück zu erlangen und ein paar Sicherheits-Placebos für die „besorgten Bürger“ zu verteilen. Und vor allem drängt sich mir ständig der Eindruck auf, man habe die (heutige) Technologie überhaupt nicht verstanden, denn es gäbe aus meiner Sicht mehr brauchbare Bewertungskriterien, als nur das Startgewicht. Aber das hat ja schon beim Dieselmotor nicht funktioniert.

Abschließend ein Wort zum Thema Sicherheit. Wie meine kurze Beleuchtung des Themas um die Kennzeichnungspflicht zeigt, müssen wir weiterhin über Sicherheit diskutieren, denn gelöst sind die Probleme aus meiner Sicht nicht.

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Die Flut hält an!

Ein kleiner persönlicher Nachbericht zur INTERGEO 2017

Eine der für mich bemerkenswertesten Beobachtungen der diesjährigen INTERGEO 2017 in Berlin war, das die Flut an neuen Drohnenherstellern immer noch anhält. Während einige Hersteller/Geräte, die noch letztes Jahr in Hamburg ausgestellt waren, dieses Jahr nicht mehr vertreten waren, sind wieder neue dazu gekommen, u.a. einige aus dem asiatischen Raum. Die Frage: Kann das gut gehen?

Marktkonsolidierung hat eingesetzt, wenn auch weniger offensichtlich

Aus meiner Sicht ganz klar nein. Dazu ist der Abstand den einige Hersteller allein beim Thema Technik und Vertrieb haben zu groß. Zudem sind Innovationen und technische Unterschiede einiger Geräte manchmal nicht einmal mehr auf den Datenblättern zu finden. Die Anzahl an Geräten gleicher Bauart wird schrumpfen. Was auf der anderen Seite zunehmen wird dürfte die weitere Spezialisierung der Drohnen sein. War bis vor wenigen Jahren noch ein leichter Laserscanner Neuheit genug, ist dies längst nicht mehr genug. Die Variabilität der Sensoren wird zunehmen und damit auch die Spezialisierung der Trägerplattform, man siehe hierzu z.B. Geräte mit beweglichen Greifarmen u.a. Im Feld der klassischen Vermessungsdrohnen dürfte aber noch weiter aufgeräumt werden.

INTERGEO 2017, HINTE Messe

Bildquelle: HINTE Messe- und Ausstellungs-GmbH / INTERGEO

An TOPCON führt kein Weg vorbei

Was sicher jedem Besucher aufgefallen sein dürfte, der auch den Außenbereich besuchte, dass an der strategischen Allianz INTEL/TOPCON kein Weg vorbeiführt. Diese Demonstration der Marktstellung war aus meiner Sicht, der insbesondere beide Plattformen (MAVinci Sirius und ASCTEC Falcon 8) seit langem und vielen Ausstellungen kennt, extrem beeindruckend. Die Botschaft ist aus meiner Sicht klar. Jede neue Plattform muss nun zunächst an TOPCON vorbei, um sich am Markt zu positionieren. Die Messlatte ist daher gesetzt. Ich bin sehr gespannt, ob sich diese Beobachtung im nächsten Jahr in Frankfurt fortsetzen wird und ob wir nochmal eine richtig große Innovation zu sehen bekommen.

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Intel® übernimmt Drohnenhersteller MAVinci

 

 

 


Der Halbleiterhersteller Intel®, vor allem bekannt für die Entwicklung und Produktion von Pc-Prozessoren hat die MAVinci GmbH aus St. Leon-Rot gekauft. Der Drohnenhersteller mit seinen 20 Mitarbeitern entwickelt und produziert eine der leistungsfähigsten Fixed-Wing-Drohnen der Branche. Der Sirius ist seit Jahren ein weltweit verbreitetes System, das seine Stärken vor allem im Bereich der Befliegung größerer Areale ausspielt. Bemerkenswert ist neben dem robusten Gesamtkonzept des UAV vor allem die Flugplanungssoftware. Ab der Version Sirius Pro war das Geräte auch mit einer RTK-Antenne ausgestattet, die ausgezeichnete Ergebnisse bei der Lagegenauigkeit der erhobenen Bilddaten ermöglichte.

Produktvideo MAVinci GmbH - Sirius Pro

Intel ist damit innerhalb kurzer Zeit der zweite Coup gelungen, nachdem es am 05.01.2016 den süddeutschen Kopterhersteller Ascending Technologies GmbH (AscTec) übernommen hatte. AscTec hatte vor allem bei der Entwicklung eines dreifach-redundanten Steuerungssystem (IMU) für Multikopter-Drohnen klar die Nase vorne. Das Unternehmen war somit führend bei Künstlicher Flugintelligenz und Kollisionsvermeidung sowie Flugstabilität.

Produktvideo AscTec GmbH - Falcon 8/Trinity IMU

Intel stellt mit diesen Übernahmen klar, dass es enorme Potenziale für die Entwicklung von Drohnen sieht - sowohl im kommerziellen als auch im Konsumerbereich. MAVinci werde in Intel's New Technology Group integriert, erklärt Anil Nanduri, Intels Head of Drone Business, im Interview mit VentureBeat.com. Mit der aktuellen Übernahmen erwirbt Intel natürlich auch Expterise in den Bereichen von Flugplanungsalgorithmen und Fixed-Wing-Drohnen-Design. Vereint mit den anderen Fähigkeiten darf man wohl gespannt sein, was zukünftig von der Halbleiterschmiede im Drohnenbereich entwickelt wird. Auf seiner Webseite macht der Konzern jedenfalls klar, in welche Richtung es geht.

Neben den Komponenten die zur Herstellung der Drohnen benötigt werden, ist aber natürlich auch die Prozessierung der erhobenen Daten ein Thema. Schließlich fliegen die Geräte in den wenigsten Fällen ohne Sensorik durch die Lüfte. Die Datenmengen, die via Kamera(s) erhoben werden, werden auch in Zukunft immer größer werden und für das Post-Processing solcher Datenmengen braucht es leistungsfähige Prozessorlösungen - ein Gebiet auf dem Intel schon lange Exzellenz beweist.

Den VentureBeat-Artikel (engl.) über Intel/MAVinci finden Sie hier.

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Pleiten, Pech und Pannen – das Drohnen-Kuriositätenkabinett auf Youtube

Kürzlich sah ich eher zufällig ein kurzes Video auf Spiegel-Online, in dem ein Bastler eine Motorsäge an einer Drohne montiert hatte um damit zu zeigen, … ja, was eigentlich? Das es geht? Das man damit ganz viel Böses anrichten kann? Das ich mir in Zukunft beim Heckenschneiden nicht mehr den Rücken krumm machen muss? Nein, das Video war kurios aber Sinn frei.

Der richtige Umgang mit der „Killer-Drohne“

Super – dachte ich mir, das erzeugt natürlich mal wieder Vertrauen in das Potential der Technologie und erinnerte mich spontan wieder an einige Messegespräche, die ich lieber nicht gehabt hätte. Und wie gerufen steht die Sensationspresse Spalier und schreibt von „Killer-Drohne“ und der „Gefahr von oben“. Manche Steilvorlagen kann man als Reporter halt einfach nicht liegen lassen. Eine gerechte Auseinandersetzung mit dem Thema bleibt in den Medien meistens auf der Strecke. Wir wollen gar nicht mehr wissen, sondern uns nur am Spektakulum ergötzen.

Das Kabinett des „Haha-Humors“

Angespornt vom jüngsten Video intensivierte ich meinen Blick auf das Thema Drohnen und Youtube, dem ich sonst nur sporadisch Beachtung schenke. Ein Blick in Youtube zeigt schnell, das hier beim Thema Drohnen das reinste Kuriositätenkabinett zu finden ist. Fast schon beängstigende Klick-Zahlen haben die „Drone-Crash- und -Saving-Videos“. Es ist für mich interessant zu sehen, wie Menschen Aufnahmen ins Netz stellen, wie sie mit einer Mischung aus Panik und Entschlossenheit alles dafür tun, ihre kleine Maschine (oder den letzten Monatslohn) vor dem Absaufen oder Schlimmerem zu bewahren – und dabei auch noch 6-stellige Klickzahlen erreichen. Hier einer meiner Favoriten:

Vierstellig = langweilig

Ganz anders sieht es bei den offiziellen Videos einiger Drohnenhersteller aus. Da sind oftmals 3- und 4-stellige Klickzahlen schon das höchste der Gefühle. Für Youtube bedeutet das nicht mehr mal ein Hintergrundrauschen. Woran liegt es also, dass selbst dümmliche Crash-Videos mehr Klickzahlen bekommen als Videos in denen einem wirklich einer was erklären will. Vielleicht erklärt es sich damit, dass sich auch die lustigsten Homevideos immer noch ihren Programmplatz sichern können, während Sendungen wie Löwenzahn aus dem Programm verschwinden. Zudem ist Youtube primär ein Unterhaltungsmedium. Dennoch, ich finde es befremdlich, dass man beim Aufkeimen einer neuen Technologie offensichtlich dem Ergötzen am (möglichen) Scheitern anderer mehr Beachtung schenkt, als der Freude daran, was Menschen mit dieser Technologie positiv bewirken wollen/können.

Ist uns der Erfindergeist abhandengekommen?

Vielleicht steckt aber noch viel mehr Sozialpsychologie dahinter als einem lieb sein kann. Deutschland – das Land der Dichter und Denker schaut nur noch Crash-Videos anstatt sich selbst an die Werkbank zu setzen? Kürzlich las ich einen sehr interessanten Artikel von Astrid Maier zum Thema Schulen im Silicon Valley.

Im Fazit des Artikels heißt es, dass vor allem der dort herrschende Pionier- und alles durchdringende Erfindergeist die Menschen beflügelt und die Region um Palo Alto zu solch einem besonderen Ort macht. Am Ende schreibt Maier den beeindruckenden Satz, dass „in Deutschland Malina (Anm.: ihre Tochter) immer Sängerin werden wollte. Nun will sie, (…), Erfinderin werden“. Wir dürfen nicht vergessen, dass unser Medienkonsum ganz entscheidend unseren Horizont mitprägt. Wollen also mehr Menschen Drohnen-Crash-Piloten als Drohnen-Tüftler werden? – Nein, sicher nicht, aber das Gegenteil drängt sich mir auch nicht auf; und das finde ich sehr schade.

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Rechtliche Einschränkungen und Regelungen beim Betrieb von UAV in der Bundesrepublik

Hinweis: Dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollstänigkeit und absolute Aktualität. Die beschriebenen Sachverhalte können sich mit der Zeit und je Bundesland ändern; eine eigene Prüfung der einschlägigen Normen sowie geltenden Einschränkungen ist unerlässlich! Sowohl der Autor als auch die Firma GeoMon übernemmen keinerlei Haftung für die im Folgenden gemachten Angaben!

 

Der Einsatz von Drohnen, im Amtsdeutschen als unbemanntes Luftfahrtsystem (UAV) bezeichnet, ist in Deutschland derzeit (Stand Dez. 2015) nicht grundsätzlich verboten, es gilt aber einiges zu beachten. Die Kategorie der unbemannten Luftfahrtsysteme umfasst die unbemannten Fluggeräte, die nicht zu Zwecken des Sports oder der Freizeitgestaltung betrieben werden. Die Abgrenzung erfolgt hierbei ausschließlich über den Zweck der Nutzung: Wird das Gerät zum Zwecke des Sports oder der Freizeitgestaltung genutzt, so gelten die Regelungen über Flugmodelle. Wird das Gerät mit sonstigem oder insbesondere einem gewerblichen Zwecke genutzt, so handelt es sich um ein unbemanntes Luftfahrtsystem im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 9 des Luftverkehrsgesetz (LuftVG).

Grundsätzlich ist der Betrieb eines unbemannten Luftfahrtsystems in Deutschland erlaubnispflichtig (gemäß § 16 Abs. 1 Nr. 7 LuftVO). Eine Erlaubnis kann erteilt werden, wenn die zuständige Behörde festgestellt hat, dass die beabsichtigte Nutzung nicht zu einer Gefahr für die Sicherheit des Luftverkehrs oder die öffentliche Sicherheit und Ordnung führt (gemäß § 16 Abs. 4 LuftVO). Zuständig für die Erteilung von Aufstiegserlaubnissen sind die Luftfahrtbehörden der Länder (gemäß § 31 Abs. 2 Nr. 17 LuftVG i. V. m. § 16 LuftVO).

 

Die wichtigsten Grundregeln beim Betrieb von UAV sind:

  1. Der Betrieb außerhalb der Sichtweite des Steuerers ist verboten. Die Sichtweite ist nach § 15a Abs. 3 Satz 2 LuftVO wie folgt definiert: „Der Betrieb erfolgt außerhalb der Sichtweite des Steuerers, wenn das Luftfahrtgerät ohne besondere optische Hilfsmittel nicht mehr zu sehen oder eindeutig zu erkennen ist.
  2. Der Betrieb von UAV mit einer Gesamtmasse von >25 kg ist grundsätzlich verboten.
  3. Je nach Erlaubnistyp darf die maximale Flughöhe über Grund nicht überschritten werden; dies ist bei einer Allgemeinerlaubnis 100 m und bei der Einzelerlaubnis 250 m.
  4. Kein Betrieb über Menschen und Menschenansammlungen.
  5. Die datenschutzrechtlichen Bestimmungen, Urheberrechte sowie Persönlichkeitsrechte Dritter dürfen nicht verletzt werden.

 

Für einen gewerbliche Betrieb von UAV wird eine gültige Aufstiegsgenehmigung (Einzel oder Allgemein) des entsprechenden Bundeslandes benötigt, in dem der Aufstieg stattfinden soll. Die Nebenbestimmungen der Genehmigung sind unbedingt zu beachten (diese können jedoch je nach Bundesland abweichen). Des Weiteren kann der Gültigkeitszeitraum variieren. In der Regel liegt dieser für die Allgemeinerlaubnis bei 2 Jahre ab Erteilung und bei der Einzelerlaubnis für den spezifisch bewilligten Durchführungstag oder –zeitraum. Für die Antragsbearbeitung seitens der Behörde sollte man etwa 14 Tage einplanen, erfahrungsgemäß erfolgt eine Erteilung oft schneller und meist kann man direkt eine digitale Version des Bescheides via E-Mail erhalten.

Mindestens 24h vor Durchführung der Befliegung sind sowohl die Ordnungsbehörde des Aufstiegsortes als auch die zuständige örtliche Polizeidienststelle über Datum, Ort, Zeit sowie Zweck des Aufstiegs zu informieren. Beides ist im Vorfeld zu recherchieren und es empfiehlt sich erfahrungsgemäß dies rechtzeitig zu tun, denn etwas eigenwillige Sprechzeiten oder Krankheitsfälle der zuständigen Ansprechpartner können eine zügige Erreichbarkeit, vor allem bei kleineren Gemeinden, u. U. behindern.

Auch sollte vorab geklärt werden, welche Grundstücke für Starts und Landungen genutzt werden; dann sollte unbedingt daran geachtet werden, mit den Grundstückseigentümern zu sprechen, ob diese Flächen betreten werden dürfen. Im Idealfall gehören die Flächen dem Auftraggeber, dann ist dieser Punkt natürlich obsolet.

Liegt das zu befliegende Areal in einem Bereich des kontrollierten Luftraumes, z. B. innerhalb des Kontrollraumes eines Flughafens, dann kann dennoch eine Befliegung in Abstimmung mit der Deutschen Flugsicherung (www.dfs.de) im Einzelfall genehmigt werden.

 

Lufträume Frankfurt Airport

Die verschiedenen kontrollierten Lufträume am Beispiel des Flughafen Frankfurt am Main. Bei der Flugplanung sollte direkt geklärt werden, ob die Area-of-Interest in einem Bereich liegt, für den besondere Vorgaben gelten oder gar Flugverbote bestehen.

 

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GeoMon Zusammenfassung

Nachhaltigkeit und Transparenz in neuer Dimension:

Anders als beim herkömmlichen, meist bodenbezogenen, Monitoring wird bei GeoMon die Datengewinnung mittels „Drohnen“ also MUAV (Micro Unmanned Aerial Vehicles) durchgeführt und bietet die Möglichkeit eines mobilen, schnellen, umweltschonenden (geräusch- /emissionsarm) und häufigen Einsatzes. Die Bereitstellung der Geodaten und ihrer Auswertungen via Cloud-Services, ermöglicht dem Kunden den Vorteil, jederzeit seine Daten, mit GPS verortet, punktgenau vor Ort im Gelände (per Smartphone/Tablet) abzufragen.
Gute Bewirtschaftung von Flächen oder der Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen wird nachvollziehbar, transparent und die Nachhaltigkeit der Wertschöpfung gestärkt.

 

 

Kontaktadresse

GeoMon
Heiko Störkel und Sascha Heising GbR

Senckenberganlage 31 (PF 80)

D-60325 Frankfurt am Main
GERMANY

 

 

 

 

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